Blog
Zurück
Jun 17 2026
Affiliate- und Partnermarketing wächst weiter – entgegen dem Markttrend
Zum ersten Mal liegen belastbare Marktzahlen für Affiliate- und Partnermarketing in Deutschland vor: Der Affiliate & Partner Marketing Circle (APMC) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat Daten von 13 führenden Netzwerken und Plattformen in einer gemeinsamen Erhebung zusammengeführt. Das Ergebnis bestätigt, was wir bei Adtraction täglich in unseren Programmen sehen: Der Kanal ist längst eine tragende Vertriebsschicht des digitalen Handels und wächst deutlich schneller als der Gesamtmarkt.
|
Kennzahl |
Wert 2025 |
Veränderung ggü. 2024 |
|
Investitionen |
932 Mio. € |
+8,3 % |
|
Generierter Umsatz |
18,7 Mrd. € |
+12,0 % |
|
Transaktionen |
228 Mio. |
+9,2 % |
|
Klicks |
5,54 Mrd. |
+16,0 % |
|
ROAS (Retail + Travel) |
16 : 1 Umsatz je € Investition |
– |
|
Anteil am Retail-E-Commerce |
16,3 % |
– |
|
Black-Friday-Anteil am Online-Umsatz |
13 % |
– |
Mit einem Investitionswachstum von 8,3 % und einem Umsatzwachstum von 12,0 % entwickelt sich Affiliate Marketing deutlich dynamischer als das Umfeld. Zum Vergleich: Der deutsche Gesamtwerbemarkt wuchs nach ZAW-Angaben um 3,2 %, der Online-Handel laut bevh ebenfalls um 3,2 %. Affiliate- und Partnermarketing wächst damit – sowohl bei den Investitionen als auch beim Umsatz – mehr als doppelt bzw. fast viermal so schnell wie der jeweilige Referenzmarkt. Und das in einem Umfeld, das von steigendem Effizienzdruck und striktem Budget-Controlling geprägt ist.
Besonders aufschlussreich ist die Rolle des Kanals entlang der Customer Journey. In der branchenüblichen Last-Click-Attribution werden Affiliate-Touchpoints nur bei rund 12,4 % der Transaktionen sichtbar. Die Touchpoint-Analyse des APMC zeigt jedoch eine tatsächliche Beteiligung an 24,9 % – also an nahezu jeder vierten Online-Transaktion. Ein großer Teil der Wirkung bleibt in klassischen Attributionsmodellen also unsichtbar. Für Advertiser heißt das: Wer Affiliate nur über den Last Click bewertet, unterschätzt den Beitrag des Kanals systematisch.
Knapp 80 % aller Investitionen (79,7 % auf CPA/CPO) werden ausschließlich bei konkretem Geschäftserfolg vergütet. Diese erfolgsabhängige Logik unterscheidet Affiliate- und Partner-Marketing strukturell von klick- oder impressionsbasierten Werbeformen: Reichweite und Risikotransfer kommen hier in einer Form zusammen, die den Kanal gerade in unsicheren Marktphasen attraktiv macht.
Die Erhebung macht auch den strukturellen Wandel sichtbar. Cashback-, Rewards- und Card-Linked-Offers bleiben mit 20,9 % des Spends das volumenstärkste Segment, gefolgt von Content Publishern (13,0 %) und Preisvergleichsseiten (12,6 %). Gleichzeitig gewinnen Influencer- und Social-Content-Modelle (6,1 %) sowie Comparison Shopping Services spürbar an Bedeutung. Diese ungewöhnlich hohe Vielfalt an Publisher-Typen ist einer der Gründe, warum der Kanal so robust durch konjunkturelle Schwankungen kommt.
Der Schwerpunkt der Investitionen liegt mit 60 % im Retail, gefolgt von Telekommunikation und „Sonstige“ (je 10 %), Travel (8 %) sowie Finanzdienstleistungen/Versicherungen (7 %).
Die Zahlen bestätigen Affiliate- und Partner-Marketing als zentralen, messbaren Performance-Kanal, der Reichweite, Empfehlung, Vergleichbarkeit, Vertrauen und nachweisbare Transaktionen in einer steuerbaren Infrastruktur verbindet. Für Advertiser ist es ein effizienter Wachstumshebel mit niedrigem Risiko – besonders in aktionsstarken Phasen wie dem Black Friday. Für Partner eröffnet die wachsende Modellvielfalt neue Wege, Reichweite zu monetarisieren.
Quelle: „Affiliate und Partner Marketing in Deutschland 2025“, Affiliate und Partner Marketing Circle (APMC) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. Basis: Datenmeldungen von 13 führenden Netzwerken und Plattformen (2024/2025). Referenzwerte Werbemarkt: ZAW; Online-Handel: bevh.